November 19:00 Uhr Sprachen:
12 Villa Rosental Deutsch
   
Veranstalter: Rollstuhlgerecht:
Samstag Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft Ja

Hasskriminalität in Deutschland und Möglichkeiten der Prävention

Referent: Prof. Dr. Marc Coester (Professor für Kriminologie an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin)
Veranstalter: Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft – Thüringer Dokumentations- und Forschungsstelle gegen Menschenfeindlichkeit
 
 
 
„Hassbürger“, „Hassgruppen“ und „Hasssprache“ sind Begriffe, die seit einigen Jahren häufiger in politischen und öffentlichen Diskussionen auftauchen. Dies liegt zum einen im öffentlichen Bekanntwerden des in Jena radikalisierten „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) und zum anderen im massiven Anstieg von rechtspopulistischen Protesten und Gewalttaten gegen Menschen aus Einwandererfamilien in Deutschland. Eine Reaktion der Bundespolitik auf den Rechtsterrorismus des NSU war die Verschärfung von Straftaten mit rassistischen, fremdenfeindlichen oder sonstige menschenverachtenden Motiven – sogenannter Hasskriminalität.
Im Kontext der zeitgenössischen gesellschaftlichen Polarisierung in Bezug auf Migrationsfragen registrieren Polizeibehörden und Beobachter_innen verstärkt, dass Diskriminierung, Hass und Gewalt gegen Migrant_innen nicht nur von Angehörigen rechtsextremer Gruppen ausgeht. Im Rahmen des Vortrages werden die Bedeutung, die Virulenz sowie Möglichkeiten der Prävention von Hassaktivitäten beleuchtet und diskutiert.
Marc Coester ist Professor für Kriminologie der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin. Schwerpunkte seiner Arbeit sind u.a. Prävention, Kriminalpolitik, Rechtsextremismus und Hate Crime. Er ist Präsident der Deutschen Bewährungshilfe e.V., Mitglied im Forschungsinstitut für öffentliche und private Sicherheit und langjähriger wissenschaftlicher Berater beim Deutschen Präventionstag. Prof. Coester ist Autor des Buches „Das Konzept der Hate Crimes aus den USA unter besonderer Berücksichtigung des Rechtsextremismus in Deutschland“ (Verlag Peter Lang, 2008).
Das Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) ist eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung in Trägerschaft der Amadeu Antonio Stiftung. Die Einrichtung wird gefördert durch das Thüringer Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit und hat im August 2016 in Jena die Arbeit aufgenommen. Aufgaben des Institutes sind der Dialog von Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft sowie die gemeinsame Entwicklung, Durchführung von Forschungsprojekten u.a. zu Protestaktivitäten, Menschenfeindlichkeit und Diskriminierung in Thüringen sowie den Transfer von Befunden in die Öffentlichkeit.Der Leiter des IDZ, der Soziologe Dr. Matthias Quent, wird die Veranstaltung moderieren. Er ist Autor der Studie „Rassismus, Radikalisierung, Rechtsterrorismus. Wie der NSU entstand und was er über die Gesellschaft verrät“ (Beltz Juventa 2016). Quent wurde 2016 mit dem 15. Preis für Zivilcourage der Stadt Jena ausgezeichnet.
 
 
Entsprechend § 6 Abs. 1 VersG sind Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, von der Versammlung ausgeschlossen.