Juni 18:00 Uhr Sprachen:
26 FSU-Jena - Carl-Zeissstraße 3 - HS 8 Deutsch
   
Veranstalter: Rollstuhlgerecht:
Mittwoch Studierendenrat der FSU Jena Ja

Extremismusprävention - Sozialwissenschaft im Dienst der Inneren Sicherheit

*Gegnerbestimmung* Auch die aktuellen Geschehnisse um den Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) ändern nicht an einer im letzten Jahrzehnt zu beobachtenden Tendenz: Der Verfassungsschutz drängt verstärkt in den öffentlichen Raum. In der Publizistik und Einrichtungen der politischen Bildung, aber auch in den universitären Sozialwissenschaften, finden sich immer mehr MitarbeiterInnen des Nachrichtendienstes. Ihre Tätigkeit soll dem „Extremismusansatz“ allgemeine Akzeptanz verschaffen. Das Extremismuskonstrukt ist allerdings nichts anderes als die grundlegende Legitimation der Verfassungsschutzbehörden. Wenn nun der geheimdienstlich beförderte »Extremismus«-Diskurs in der sozialwissenschaftlichen Forschung akzeptiert und vertreten wird, kann mit Fug und Recht von einer „Sozialwissenschaft im Dienst der inneren Sicherheit“ gesprochen werden. Markus Mohr wird das im Jahr 2010 im UNRAST-Verlag publizierte Buch Gegnerbestimmung vorstellen. Er gibt einen Überblick über die Gegenaufklärung von Extremismusforschern und Verfassungsschützern und wird sich mit überraschenden Rochaden zweier Professoren der Sozialwissenschaft im Graubereich zwischen Bewegungsforschung, Bürgergesellschaft und Verfassungsschutz auseiandersetzen. Markus Mohr wurde im Jahre 1962 zwei Wochen vor dem Entschluss des Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz geboren, in dem dieser „alle Amtsangehörigen“ dazu aufforderte „in Anbetracht der Hochwasser-Katastrophe (in Norddeutschland)... auf die Feier von Weiberfastnacht zu verzichten“. Organisierte sich in seiner Jugendzeit als Fußballfanatiker und Extremsportler, lehnte dann aber die Bewerbung der Stadt Berlin für die Olympiade im Jahre 2000 so vehement ab, das ihm der mutmaßliche Besuch der ihm unbekannten Kneipe „Kim“ anlässlich einer „Olympischen Nacht“ am 12. November 1993 „im Rahmen der Beobachtung linksextremistischer Bestrebungen“ eine Eintragung in seiner beim LfV Berlin geführten Personenakte einbrachte. Da er auch heute noch darauf besteht, das saufen an sich, weder links- noch rechtsextremistisch ist, sondern einfach nur Vergnügen bereiten kann. konnte er zusammen mit dem Berliner Datenschutzbeauftragten das LfV dazu veranlassen so einen Unfug wieder zu löschen. Publizierte 2001 eine politikwissenschaftliche Doktorarbeit zum Atomkonflikt und den Gewerkschaften. Mohr ist Co-Autor des Buches "Gegnerbestimmung -Sozialwissenschaft im Dienst der »inneren Sicherheit«"