Mai 9:00 Uhr Sprachen:
06 KuBus; Theobald-Renner-Str. 1a Deutsch
   
Veranstalter: Rollstuhlgerecht:
Montag JuMäX Jena e.V. Ja

Differenz als Ressource - Interkulturelle Sozialarbeit mit Jungen und Mädchen

Deutschland ist ein Einwanderungsland, dessen Bevölkerung sich durch eine kulturelle, ethnische und sprachliche Vielfalt auszeichnet. Der Umgang mit dieser Interkulturalität stellt eine Herausforderung für Jugendarbeit und Schule dar, schließlich sollen vorhandene Unterschiede beachtet und gleichzeitig nicht verfestigt oder produziert werden.

Der Praxistag will deutlich machen, warum die Arbeit mit Mädchen und Jungen auch eine interkulturelle Perspektive benötigt. Interkulturelle Sozialarbeit spricht Kinder und Jugendliche mit und ohne Migrationsgeschichte an und zielt auf eine Interaktion zwischen und innerhalb der Kulturen und Geschlechter.

Interkulturelle Mädchen- und Jungenarbeit möchte insofern:

• Unterschiede und Gemeinsamkeiten wahrnehmen und wertschätzen
• Handlungskompetenzen erkennen und Möglichkeiten aufzeigen neue zu erwerben
• Impulse setzen, um Verhaltens- und Denkweisen zu reflektieren
• Differenzen als Potential erkennen

Mit unserer Veranstaltung wollen wir den Blick für die vielfältigen Lebensentwürfe von Mädchen und Jungen und deren interkulturelle Ressourcen schärfen. So stehen für die meisten Jungen beispielsweise Gewaltwiderfahrnisse im Widerspruch zu ihrem geschlechtsbedingten Selbstentwurf, der auf einen Nenner gebracht lautet: ‚Jungen sind keine Opfer’ – oder anders herum: ‚Opfer sind keine richtigen Jungen (Männer)’. Für männliche Opfer von Gewalt sind diese gesellschaftlichen Mythen über Mann-Sein besonders problematisch und ein wichtiger Grund dafür, warum die meisten Jungen entweder nur sehr zögerlich, erst lange nach einem Ereignis oder auch gar nicht über das Erlebte berichten.

Zudem wollen wir Neugier auf die Chancen wecken, die sich aus interkulturellen Begegnungen ergeben. Auch wird es darum gehen, warum zunehmend von Transkulturalität die Rede ist. Am Vormittag wird es einen Input zum Thema von der Kindersprachbrücke Jena geben sowie zwei Fachvorträge zur interkulturellen Arbeit mit Mädchen und Jungen. Nach einer Mittagspause werden zwei praxisorientierte Workshops zu interkulturellen Mädchenarbeit (für Frauen) und zur interkulturellen Jungenarbeit (für Männer) stattfinden.

Der fachliche Input zur interkulturellen Arbeit mit Mädchen kommt von SABINE SUNDERMEYER, Referentin für Gender- und Sexualpädagogik, Interkulturelles Lernen und Diversity, Gründungsfrau der BAG Mädchenpolitik, LAG Mädchenpolitik Niedersachsen und des Mädchenhauses Hannover. In Niedersachsen hat sie z.B. das Förderprogramm “Lebensweltbezogene Mädchenarbeit” koordiniert.

Der fachliche Input zur interkulturellen Arbeit mit Jungen kommt von ERKAN ALTUN, Psychologe im Bremer Jungenbüro, einer Informations- und Beratungsstelle für Jungen, Jugendliche und junge Männer, die sexualisierte, körperliche oder seelische Gewalt erleben oder erlebt haben. Zu seinen Schwerpunkten zählt seit vielen Jahren die Interkulturelle Pädagogik mit Jungen.