November 18:00 Uhr Sprachen:
04 Ernst-Abbe-Platz; HS 8 Deutsch
   
Veranstalter: Rollstuhlgerecht:
Donnerstag JAPS Ja

Deutschtum als Prinzip. Der Einfluss studentischer Verbindungen auf den Alltagsnationalismus.

Studentische Verbindungen sind politisch. Ob Burschenschaft,  Landsmannschaft oder Corps: Sie alle eint die Idee, eine  Deutschnationale Führungselite in möglichst vielen Bereichen der Gesellschaft zu etablieren.
Die Funktionsweise ist offensichtlich: Häufig schon entsprechen vorgeprägte, junge Studenten treten in eine Verbindung ein, durchlaufen die Verbindungsinterne "Erziehung" und stehen am Ende als "Alter Herr" mit einem, zum Verbindungswesen passenden, Nationalismus und Elitedünkel in Spitzenpositionen der Gesellschaft. Im Anschluss fördern sie ihrerseits jüngere  Verbindungsbrüder mit Seilschaften und Geldspenden. Dieses korporierte Prinzip funktioniert mittlerweile schlechter als zu Hochphasen des Verbindungswesens, auch wenn es alles andere als tot zu sein scheint. In Zeiten des zunehmenden Rassismus und "ungezwungem Nationalstolz" können auch Studentenverbindungen wieder mit zulauf rechnen.
Der Vortrag wirft daher einen Blick in die "Blackbox" Studentenverbindung und geht der Frage nach, wie die Verbindungen den alltäglichen Nationalismus im deutsch-sprachigen Raum begünstigen.