November 18:30 Uhr Sprachen:
08 Theaterhaus Deutsch
   
Veranstalter: Rollstuhlgerecht:
Dienstag Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft Ja

Der 9. November und wir. Podiumsdiskussion aus Anlass der neonazistischen Demonstration am 09.11.2016 in Jena

Am 9. November 2016 – dem „Schicksalstag“ der deutschen Geschichte -  will die neonazistische Gruppe „Thügida“ in Jena demonstrieren. Die Versammlungsanmeldung der Neonazis reiht sich ein in Veranstaltungen der extremen Rechten in Thüringen am Jahrestag der deutschen Einheit am 3. Oktober 2015, am Geburtstag von Adolf Hitler am 20. April 2016 und dem Todestag von Hitlerstellvertreter Rudolf Heß am 17. August 2016. Deutlicher kann die extreme Rechte die Maske der Bürgerlichkeit nicht fallen lassen. Diese offenen Provokationen geschehen in einem Klima politischer Polarisierung, indem nicht nur erkennbare Neonazis mit Versatzstücken nationalsozialistischer Ideologie und Sprache arbeiten. Bei der Podiumsdiskussion werden die Bedeutung des 9. Novembers für die deutsche Gesellschaft, die Rolle von Geschichtspolitik und Nationalsozialismus für die extreme Rechte heute sowie Herausforderungen für Bildung, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet und diskutiert.
Auf dem Podium: Prof. Dr. Norbert Frei, Dr. Birgit Klaubert, Katja Fiebiger, Dr. Matthias Quent
 
Norbert Frei ist einer der angesehensten Historiker in der Bundesrepublik. Seine Bücher werden weltweit übersetzt und rezipiert. Er ist Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und leitet das Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts. Prof. Frei gehört zahlreichen wissenschaftlichen Beiräten und Kommissionen an. Er ist Herausgeber der im Verlag C.H. Beck erscheinenden siebenbändigen Reihe „Die Deutschen und der Nationalsozialismus“, in der Historikerinnen und Historiker der jüngeren Generation eine anschauliche Geschichte der deutschen Gesellschaft des „Dritten Reiches" vorlegen – „für die Zeit nach der Zeitgenossenschaft“.
Birgit Klaubert ist seit Dezember 2014 Thüringer Ministerin für Bildung, Jugend und Sport. Die Politikerin der Linkspartei ist promovierte Historikerin, war seit 1994 Mitglied des Thüringer Landtages und zwischen 1999 und 2014 dessen Vizepräsidentin. Als Ministerin ist Frau Dr. Klaubert neben der Bildungspolitik u.a. für die Umsetzung des Thüringer Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit zuständig.
Katja Fiebiger ist Projektkoordinatorin von MOBIT, der mobilen Beratung für Demokratie – gegen Rechtsextremismus in Thüringen. MOBIT berät unter anderem Initiativen, Projekte und Vereine, Schule und Jugendarbeit sowie Verwaltung und Politik im Themenfeld Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus.
Matthias Quent ist Leiter des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft - Thüringer Dokumentations- und Forschungsstelle gegen Menschenfeindlichkeit (IDZ). Der promivierte Soziologe hat mit der Studie „Rassismus, Radikalisierung, Rechtsterrorismus. Wie der NSU entstand und was er über die Gesellschaft verrät“ im Jahr 2016 die erste empirische Untersuchung zur Entstehung des NSU vorgelegt.
 
Das „Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft – Thüringer Dokumentations- und Forschungsstelle gegen Menschenfeindlichkeit“ ist eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung in Trägerschaft der Amadeu Antonio Stiftung. Die Einrichtung wird gefördert durch das Thüringer Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit und hat im August 2016 in Jena die Arbeit aufgenommen. Aufgaben des Institutes sind der Dialog von Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft sowie die gemeinsame Entwicklung, Durchführung und Dissemination von Forschungsprojekten u.a. zu Protestaktivitäten, Menschenfeindlichkeit und Diskriminierung in Thüringen.
Die Podiumsveranstaltung wird in Kooperation Online-Nachrichtenportal „Thüringen 24“ live im Internet unter www.thueringen24.de übertragen.
 
Bitte beachten Sie: Sollte die neonazistische Demonstration in Jena kurzfristig auf den 8. November verlegt werden, entfällt die Podiumsveranstaltung im Theaterhaus oder wird ggf. räumlich zu einer Gegenveranstaltung verlegt. Aktuelle Informationen erhalten Sie auf: www.twitter.com/idz_jena oder unter 03641 2719403.
 
Entsprechend § 6 Abs. 1 VersG sind Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, von der Versammlung ausgeschlossen.