November 20:00 Uhr Sprachen:
02 Haus auf der Mauer Deutsch
   
Veranstalter: Rollstuhlgerecht:
Donnerstag Thüringer Archiv für Zeitgeschichte "Matthias Domaschk" Ja

„Kein Asylantenheim in meiner Nachbarschaft!“ Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus in Thüringen: Aktuelle Entwicklungen

Wie der Sozialpädagoge und Sprecher der Thüringer Mobilen Beratungsstelle für Demokratie - gegen Rechtsextremismus (Mobit e. V.) Stefan Heerdegen zeigt, haben heute in thüringischen rechtsextremen Strukturen öffentlich agierende Personen dieselbe neonazistische Sozialisation der 1990er Jahre und gehörten denselben Strukturen an wie die Mitglieder des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU). Welche weiteren Kontinuitätslinien aus heutiger Sicht zu den frühen neunziger Jahren bestehen und welche neuen Entwicklungstendenzen sich ausmachen lassen, erörtert ein vom Thüringer Archiv für Zeitgeschichte "Matthias Domaschk" organisiertes Podium am 2. November.Akteure aus Institutionen, die sich mit der Analyse regionaler rechter Organisationsstrukturen, der Opferberatung sowie der Rechtsextremismusprävention beschäftigen, nehmen darin die Aktualität in den Blick und fokussieren die Situation im heutigen Thüringen. Ein massiver Anstieg fremdenfeindlicher Übergriffe auf Asylunterkünfte ist auch hier seit 2015 zu verzeichnen: Während laut Thüringer Innenministerium 2014 acht rechtsmotivierte Straftaten gegen bestehende, geplante oder vermutete Flüchtlings- und Asylunterkünfte begangen wurden, waren es 2015 bereits 71. Wie die mobile Thüringer Beratungsstelle ezra für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt beobachtet, gab es im ersten Halbjahr 2016 72 Fälle rechter und rassistischer Gewalt im Freistaat.
Das Podium fragt vor diesem besorgniserregenden Hintergrund nach aktuellen Erscheinungsformen von Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit, darunter auch Alltagsrassismus, sowie nach angemessenen Formen, diesen aus politischer und gesellschaftlicher Sicht zu begegnen. Auch Möglichkeiten, latent vorhandenen Ressentiments gegenüber AusländerInnen bildungspolitisch präventiv zu begegnen, werden in den Blick genommen.
 
Podium: „Kein Asylantenheim in meiner Nachbarschaft!“ Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus in Thüringen: Aktuelle Entwicklungen
Do., 02. November 2017, 20.00 Uhr
Haus auf der Mauer, Johannisplatz 25, 07743 Jena  
Gäste: Christina Büttner (Opferberatungsstelle ezra), Katja Fiebiger (MOBIT e. V.), Dr. Matthias Quent (Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft), Moderation: Dr. des. Franziska Schmidtke (Zentrum für Rechtsextremismusforschung, Demokratiebildung und gesellschaftliche Integration)